Wildbienen

«nice to know»

Neben der bekannten Honigbiene gibt es eine beeindruckende Vielfalt an Wildbienen, zum Beispiel die Hummel. Sie stehen weit weniger im öffentlichen Fokus, sind jedoch enorm wichtig für unser Ökosystem. Sie sind für den Hauptanteil der Bestäubung in unserer Umwelt verantwortlich und tragen somit eine große Aufgabe. Die Wildbienen führen ein ganz anderes Leben als die altbekannte Honigbiene. Sie leben nicht in großen Völkern, bauen keine Bienenstöcke und legen keinen Honigvorrat an. Bei den Honigbienen ist die Königin für das Eierlegen zuständig, die Arbeiterinnen können dies nicht. Wildbienen leben meist solitär und übernehmen die Eiablage selbst.

Während es also im Bienenstock unserer Honiglieferantinnen turbulent zugeht, ist die Wildbiene nur mit einem Ziel unterwegs: Nest bauen – Brut legen – Vorsorge für die Brut sammeln. Die Eiablage erfolgt in einem ausgesuchten Nest in Form von hohlen Pflanzenstängeln, Totholz, kleinen Hohlräumen oder im sandigen Boden. Darin baut sie sogenannte Brutzellen. Mit dem Ei am Boden der Brutzelle befüllt sie anschließend diese mit Nektar und Pollen. Dies dient als Nahrungsvorrat für die Larve. Schlussendlich wird die Brutzelle verschlossen.

Für das alles hat sie nur bis zu 8 Wochen Zeit, bevor sie anschließend stirbt. Für die nächste Generation ist die Wildbiene nach der Paarung selbst zuständig. Nachdem die Larve ihren Vorrat verspeist hat, verpuppt sie sich und verwandelt sich in eine erwachsene Biene. Dies kann mehrere Wochen oder sogar über den ganzen Winter dauern. Viele Wildbienen überwintern als Puppe im geschützten Nest. Im Frühling oder manchmal Frühsommer schlüpft die Wildbiene und der Kreislauf schließt sich. Die Männchen erscheinen oft etwas früher als die Weibchen und warten bereits auf die Paarung.

Jede Biene zählt – tue Gutes für unsere Erde 

Wichtig ist also, pflanze im Garten auch mal Wildblumen oder Bienen-Blumenmischungen. Entsorge nicht jedes Stück Holz auf dem Boden, wenn es nicht stört. Lass auch mal ein paar Pflanzenstängel stehen und nimm Rücksicht auf den Boden. All das können potenzielle Nester sein und sind vielleicht sogar schon bewohnt. Bei Vogeltränken oder anderen Wasserstellen sollte außerdem ein Bienen- und Insektenausstieg angebracht werden.

Eine weitere gute Tat sind Bienen- und Insektenhotels. Diese können im Garten oder auf dem Stadtbalkon aufgebaut werden und bieten Wildbienen optimale Bedingungen für ihre Lebensaufgabe. Dabei gibt es bei der Anschaffung zwei Möglichkeiten. Einerseits kann man ein leeres Hotel aufstellen und vorbeifliegenden Bienen und Insekten eine Nestmöglichkeit bieten. Andererseits kann man ein Wildbienenhotel bestellen, bei dem ein Röhrchen bereits mit einer Larve bewohnt ist. Dies hilft, das Leben in deinem Hotel ein wenig anzukurbeln.

Für Kinder ist dies zudem eine sehr spannende Beobachtungsmöglichkeit. Angst vor Stichen muss man übrigens nicht haben, Wildbienen sind sehr friedlich und müssen, anders als die Honigbiene, ihr Volk und Vorräte nicht verteidigen. Daher stechen sie sehr selten, meist nur, wenn man sie einklemmt oder auf sie tritt.

Wir haben rund um unser Haus Bienenhotels aufgestellt und können jedes Jahr mit Freude beobachten, wie eine neue Generation Wildbienen unsere Welt ein Stück besser macht.